Einordnung

Systematische Einordnung des integrativen Transformationsmodells

Um die Ergänzungslogik des integrativen Transformationsmodells transparent zu machen, lohnt sich eine strukturierte Einordnung gegenüber etablierten Ansätzen wie Kotter und ADKAR. Ziel ist kein „besser oder schlechter“, sondern die Klärung unterschiedlicher Fokuslogiken und blinder Flecken.

Transformation einordnen – nicht vereinfachen

Bewährte Modelle leisten Wichtiges. Entscheidend wird, wie sie zusammenspielen.

Kotter

Fokus: Ablauf & Dramaturgie

Kotters Modell strukturiert Veränderung als Abfolge notwendiger Schritte. Es hilft, Dynamik aufzubauen – erklärt aber nur begrenzt, warum Veränderung trotz sauberer Umsetzung ins Stocken gerät.

ADKAR

Fokus: Individuelle Adoption

ADKAR macht sichtbar, was Menschen für Veränderung brauchen. Es unterstützt Akzeptanz und Befähigung – ersetzt jedoch kein Verständnis für organisationale Wechselwirkungen.

Integratives Transformationsmodell

Fokus: Systemische Ebenenlogik

Das Modell verbindet Struktur, Dynamik und innere Muster. Es erklärt, warum Maßnahmen wirken oder verpuffen – und wo Führung systemisch ansetzen muss.

In der Praxis stellt sich selten die Frage, welches Modell das richtige ist, sondern welche Ebenen aktuell blockieren oder tragen.

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Unterschiedliche Grundlogiken von Transformation

Kotter strukturiert den Weg, ADKAR begleitet die Person – das integrative Modell erklärt das System, in dem beides wirkt.

AspektIntegratives Transformationsmodell (Ernst)Kotter (8 Stufen)ADKAR
Primäre LogikEbenen- und SystemlogikPhasen- / AblauflogikIndividuelle Adoptionslogik
Zentrale FrageWelche Ebenen stabilisieren oder blockieren das System?Was ist der nächste notwendige Schritt?Wo steht die einzelne Person im Change?
ZielsetzungNachhaltigkeit durch Ebenen-KopplungUmsetzung organisationaler VeränderungSicherstellung individueller Veränderungsfähigkeit

Gegenstand der Veränderung

Das integrative Modell macht sichtbar, was andere Ansätze implizit voraussetzen, aber nicht systematisch bearbeiten.

Ebene / AspektIntegratives ModellKotterADKAR
Strukturen & RollenExplizite äußere statische EbeneImplizit (Vision, Verankerung)Kein eigener Schwerpunkt
Prozesse & InteraktionenEigene äußere dynamische EbeneTeilweise (Empowerment, Konsolidierung)Hintergrund
Mindset & KulturEigene innere Ebene, expliziter HebelErgebnis der letzten PhaseTeilweise (Desire, Reinforcement)

Umgang mit mentalen Modellen

Transformation scheitert häufig nicht an Maßnahmen, sondern an unangetasteten inneren Logiken. Genau hier setzt das integrative Modell an.

AspektIntegratives ModellKotterADKAR
Rolle mentaler ModelleZentrale systemische SteuergrößeImplizit (Kommunikation, Vorbilder)Operationalisiert als Bereitschaft
AnalyseExplizit diagnostiziertNicht vorgesehenIndirekt (Awareness / Desire)
Risiko unbehandelter MusterHoch – explizit adressiertNicht systematisch berücksichtigtAuf individueller Ebene begrenzt

Steuerung von Transformation

Rückfälle sind kein Versagen – sondern ein Hinweis auf systemische Inkonsistenzen.

AspektIntegratives ModellKotterADKAR
SteuerungslogikParallelität von EbenenSequenz von PhasenCheck einzelner Bausteine
Rolle im ProjektDiagnose- und DesignrasterRoadmap / DramaturgieBegleitendes Diagnoseinstrument
Umgang mit RückfällenHinweis auf unbehandelte EbenenRücksprung in frühere PhasenWiederholung einzelner Schritte

Typische Einsatzfelder

KontextIntegratives ModellKotterADKAR
Strategische TransformationSehr hoch geeignetGeeignetErgänzend
Kultur- & FührungswandelKernanwendungsfeldEingeschränktTeilweise
Digitale / KI-TransformationBesonders wirksamGeeignet für AblaufStark auf Adoption fokussiert
GroßprogrammeAls OverlayAls PrimärlogikAls Ergänzung

Einordnung und Nutzen

Das integrative Transformationsmodell ersetzt weder Phasen- noch Adoptionsmodelle. Es ergänzt sie um eine systematische Ebenenlogik, die insbesondere dort wirksam wird, wo Transformation trotz sauberer Umsetzung nicht nachhaltig greift.

In der Praxis stellt sich selten die Frage, welches Modell „das richtige“ ist, sondern welche Ebenen aktuell wirksam oder blockierend sind.

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